Zwei Generationen Sturm und Drang

07. Mai 2016

Toni Polster und Marc Janko erzählen, wie sich Fußball verändert hat

Zwei Generationen Sturm und Drang

WIEN, 07. Mai 2016 – Rechtzeitig zum größten Fußballereignis des Jahres bietet Samsung den Fans eine Wechselbonus-Aktion: alter Fernseher gegen neuen SUHD TV. Dieses „Alt-gegen-Neu“ greift Samsung auf humorvolle Weise auf, in dem es den Wechsel auf die zwei Fußball-Stars Toni Polster und Marc Janko überträgt – charmant begleitet von Angelika Niedetzky. Am Rande des Kampagnen-Drehs, haben sich die beiden Torjäger Zeit für ein gemeinsames Gespräch zwischen Stürmergenerationen genommen. Sie geben Einblicke, wie sich der Fußball verändert hat, was sie trotz zwanzig Jahren Altersunterschied verbindet und warum es für einen Stürmer nur eine entscheidende Frage gibt.

Video-Clip: https://youtu.be/Babr7Z8dbS0
Druckfähige Making-of Fotos: http://s.samsung.at/img_Wechselbonus
Wechselbonus Promotion: http://wechselbonus.samsung.at

Sie sind beide jeweils Aushängeschilder einer Stürmergeneration. Herr Janko, das Nachrichtenmagazin Profil hat Sie als „Toni Polster der Neuzeit“ bezeichnet. Schmeichelt Ihnen das?
Janko: Absolut! Er hat auch international immer noch einen unglaublich hohen Stellenwert. Als wir mit Red Bull Salzburg in Sevilla gespielt haben, ist der Toni als „Edelfan“ mitgefahren. Der Stadionsprecher hat dann verkündet, dass der Toni zu Gast ist und das ganze Stadion hat sich erhoben und applaudiert.
Polster: Wenn ich das höre, zieht’s mir die Gänsehaut auf.


Ist er ein Vorbild für Sie?
Janko: Er ist trotz der ganzen Erfolge am Boden geblieben. Er ist ein sehr bescheidener Mensch und das ist schon sehr beeindruckend.


Herr Polster, ist Marc Janko ein würdiger Nachfolger für Sie?
Polster: Ich werde ja oft ein bisserl auf die Schippe genommen, ob mein Torrekord (44 ÖFB-Tore, Anm.) halten wird. Ich sag ganz ehrlich, dass ich mich freuen würde, wenn der Marc den Rekord knackt (Janko steht bei 26 Toren, Anm.). Es ist schön, wenn ich im Stadion sitze und ich sehe auf der Tafel im VIP-Raum, dass ich bei den Torschützen ganz oben stehe. Aber es wäre auch schön, wenn ich auf dem zweiten Platz stehen würde.


Herr Janko, wie geht es Ihnen damit, einer „aussterbenden Zunft“ zugeschrieben zu werden – noch dazu von Toni Polster, der wie Sie ein Stürmer der alten Schule war?
Janko: Spielstile von damals und heute zu vergleichen ist immer so eine Sache. Es gibt mittlerweile beispielsweise die falsche Neun, die gab es früher nicht. Dann gibt es Stürmer, die sich oft auf die Seite fallen lassen. Aber für mich gibt es nur eine entscheidende Frage: schießt man Tore oder schießt man keine Tore? Am Ende des Tages ist Fußball ein Ergebnissport. Ich habe lieber 20 Ballkontakte und mache zwei Tore als ich habe 70 Ballkontakte und ein Spiel ohne Torbeteiligung. So ist einfach meine Art, wie ich von klein auf das Stürmerspiel interpretiere. Jeder Innenverteidiger der Welt wird sagen, dass es unangenehm ist, gegen einen großen Stoßstürmer zu spielen – weil das weh tun kann. Ich glaube, wenn man mich richtig in Szene setzt, bin ich nicht auszuschalten. Im Nationalteam haben wir großartige Spieler wie Arnautovic, Alaba, Junuzovic oder Harnik, die mich immer wieder toll bedienen.


Sie beide trennen genau zwanzig Jahre. Welche Veränderungen hat es in dieser Zeit im Fußball gegeben?
Polster: Vielleicht wird heute mehr gelaufen. Ich glaube, dass alles ein bisserl schneller und athletischer geworden ist, die Spieler sind heute robuster.
Janko: Das ist einfach der Lauf der Zeit. Der Fußball ist sicher athletischer geworden. Im Großen und Ganzen gibt es keine riesigen Unterschiede sondern eher nur in Detailfragen.


Welche Details haben sich verändert?
Janko: Ich habe den Toni in seiner aktiven Zeit natürlich noch intensiv verfolgt. Als kleiner Junge hab ich ihm schon immer sehr genau auf die Füße geschaut und immer große Bewunderung für ihn gehabt. Aber ich glaub schon, dass man als Stürmer heutzutage noch mehr defensiv arbeiten muss. Da musst du der Erste sein, der den Druck auf den Gegner aufbaut. Man muss heute defensiv brutal viel arbeiten. Das hab ich auch erst im Laufe meiner Karriere lernen müssen. Ich glaube, dass das, ohne dem Toni da zu nahe treten zu wollen, damals noch nicht so der Fall war.


Würden Sie, Herr Polster, heute anders spielen?
Polster: Nein, das würde ich nicht. Wir haben damals auch schon taktisch sehr, sehr viel in diese Richtung gearbeitet. Da habe ich vor allem in Spanien und Italien viel gelernt. Ich glaube der größte Unterschied liegt einfach im Tempo und in der Laufleistung. Die Spieler sind einfach fitter.


Herr Janko, gibt es etwas, was Sie sich von Toni Polster abgeschaut haben?
Janko: Für uns Beide war das Wichtigste einfach immer das Toreschießen. Man kann es ja nie allen recht machen. Dem einen rennst du vielleicht zu wenig, dem anderen sind wir zu schlecht im Kombinationsspiel. Aber wenn dann am Ende dein Name bei den Torschützen steht, waren wir beide immer zufrieden. Wie siehst du das, Toni?
Polster: Dem ist nichts hinzuzufügen.
Janko: Tore sind und waren eben immer die besten Argumente.


Wäre Toni Polster heute auch noch so erfolgreich wie damals?
Polster: Ich denke schon. Wenn die großen Spieler wie Prohaska oder Krankl in der heutigen Zeit geboren worden wären, hätten die sich schon soweit angepasst, um erfolgreich zu sein.
Janko: Man muss die Zeiten ja immer für sich bewerten. Ohne das jetzt despektierlich zu meinen: Mit den damaligen Mitteln haben sich diese Spieler auf eine Stufe gestellt, die international überragend war. Das hängt ja immer mit der Ausbildung zusammen. Wenn man das von klein auf mitbekommt, dass man defensiv mitarbeiten muss, hat man dieses Bewusstsein in sich drinnen.


Wie hat sich in all diesen Jahren das Umfeld verändert? Vor zwanzig Jahren gab es ja zum Beispiel noch keine sozialen Medien.
Polster: Heute ist man nirgendwo mehr alleine. Wir konnten damals noch unbeobachtet fortgehen, das kann man heute ja praktisch nicht mehr machen. Aber es gehört auch dazu, dass man einmal gemeinsam feiert. Aber immer wohlwissend, wann es geht und wann nicht. Aber es ist schon schwierig, man ist ja immer im Fokus.
Janko: Genau, man weiß nie, ob nicht gerade ein Handy, vielleicht auch noch mit Videofunktion, auf dich gerichtet ist. Deswegen muss man da extrem aufpassen, wie man sich in gewissen Situationen verhält. Man steht eben in der Öffentlichkeit, es ist Teil des Geschäfts. Ich habe den Zeitpunkt, an denen Handys in die Gesellschaft eingetreten sind, ja genau mitbekommen. Damit hat sich viel verändert. Man schaut überall potenziellen Aufnahmen entgegen.


Inwieweit prägt das einen? Achtet man dadurch mehr auf die äußerliche Darstellung?
Janko: Ich bin in der Öffentlichkeit teilweise schon anders als ich privat bin, weil mir bewusst ist, was das für einen Bumerang-Effekt haben könnte, wenn ich irgendwo über die Stränge schlagen würde. Zum Beispiel, wenn man mit einem guten Freund seinen Geburtstag feiert und man vielleicht ein bisserl zu viel trinkt. Das ist ja klarer Weise auch schon mal bei mir vorgekommen. Aber man sollte sich andererseits auch nicht zu wichtig nehmen. Ich bin ja auch nicht so ein großer Fisch wie andere. Aber das Gefühl, jederzeit beobachtet werden zu können, lässt einen vielleicht kühler und berechnender werden.


Auch das Fernsehen hat sich rasant weiterentwickelt.
Janko: Da sieht man ja jetzt schon jede Falte! Je älter man wird, desto schwieriger wird das (lacht).


Entwickelt man da einen Hang zur Eitelkeit?
Janko: Naja, der Toni ist ja naturschön (lacht).
Polster: Eitelkeit weniger, aber man muss aufpassen, was das Spiel an sich betrifft. Ich kann mich erinnern, dass in Spanien die Ellbogen bei den Eckbällen bei allen sehr hoch gewesen sind. Ein Eckball in Spanien war immer ein Spießrutenlauf (lacht). Wenn du das heute machst, wirst du ja gleich nachträglich gesperrt, weil den Fernsehkameras nichts mehr entgeht. Jede Tätlichkeit wird sofort zur Anzeige gebracht.


Mit den technischen Möglichkeiten wird auch die Selbstvermarktung immer wichtiger. Freut Sie es, wenn Sie sich in einem TV-Spot sehen?
Polster: Ja natürlich ist das immer etwas Besonderes, wenn ein großes Unternehmen an dich denkt – gerade vor der Euro. Der Spot, den wir heute mit Samsung gedreht haben, gefällt mir deswegen gut, weil er ironisch ist. Man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen.
Janko: Das sehe ich genauso. Ich hab noch nicht so viele Spots in meiner Karriere drehen dürfen. Insbesondere wenn ein großes Unternehmen wie Samsung an einen herantritt, ist das schon schmeichelnd. Es ist ein gelungener Spot geworden, weil es gut ist, wenn man das ein bisserl augenzwinkernd sieht, dass die alte Generation durch die neue sozusagen ausgetauscht wird. Es spricht für den Toni, dass er das so richtig einschätzt.


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Zu den Personen:

Marc Janko (32) ist Stürmer beim FC Basel. In Österreich spielte er bei Admira Wacker Mödling und Red Bull Salzburg, seine Stationen im Ausland hießen Twente Enschede, FC Porto, Trabzonspor und FC Sydney. Janko wurde drei Mal österreichischer Meister, ein Mal niederländischer Pokalsieger und gewann in Portugal je ein Mal Meistertitel und Supercup. 2009 erhielt Janko für seine 39 Tore für Red Bull Salzburg den „Goldenen Schuh“ als Europas bester Torjäger. Für Österreich hat er in 52 Spielen 26 Tore erzielt.

Anton Polster (52) ist Trainer beim Viertligisten SC Wiener Viktoria. Er hat in seiner aktiven Karriere unter anderem für Austria Wien, Torino, FC Sevilla, den 1.FC Köln, Borussia Mönchengladbach und Austria Salzburg gespielt. Er gewann in Österreich drei Meistertitel sowie ein Mal den Pokal. 1987 wurde er mit dem „Goldenen Schuh“ und 1997 als Österreichs Sportler des Jahres ausgezeichnet. Polster ist mit 44 Toren in 95 Spielen Rekordtorschütze des österreichischen Nationalteams und Träger des Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich.