expand nav
Der Roboter im Klassenzimmer

Der Roboter im Klassenzimmer

Von Manuel,  20.10.2015.


Wie kann man verhindern, dass Kinder mit einer Langzeitkrankheit den Anschluss ans normale Leben verlieren? Samsung und Kindercity haben eine Lösung gefunden.

Der 60 Zentimeter grosse und drei Kilo schwere Roboter Nao sieht sympathisch, beinahe niedlich aus. Ganz natürlich sitzt er im Klassenzimmer an seinem Pult zwischen den anderen Schulkindern und beteiligt sich aufmerksam am Unterricht. Er löst Aufgaben und streckt die Hand, wenn er etwas sagen möchte. Spricht er, ertönt aber nicht eine blecherne Roboterstimme, sondern die eines Kindes. Der Roboter wird vom 7-jährigen Jonas gesteuert. Der Junge kann aufgrund seiner Leukämieerkrankung nicht zur Schule gehen. Dank dem Roboter Nao ist er trotzdem beim Unterricht dabei und kann Zeit mit seinen Klassenkameraden verbringen.

image

Isolation verhindern

Zusammen mit Kindercity Samsung 2014 am Universitätsspital Basel das weltweit einzigartige Projekt Avatar Kids ins Leben gerufen. Kindern wie Jonas, die als Langzeitpatienten im Spital oder Zuhause bleiben müssen ermöglicht es, am alltäglichen Leben teilzunehmen. Der Roboter Nao ist dabei der Stellvertreter für das Kind im Schulzimmer oder Zuhause. Kranke Kinder bleiben so weiterhin ein Teil der Klasse und nehmen aktiv am Unterricht teil. Mit jedem Samsung Tablet oder Smartphone kann der Roboter vom Krankenbett aus gesteuert werden. Er verfügt über Features wie Kameras und Mikrofone, welche dem Kind die Eindrücke aus dem Klassenzimmer live auf den Bildschirm des Tablets übertragen. Per Knopfdruck kann der Roboter auch Emotionen zum Ausdruck bringen: Beispielsweise, wenn er zustimmend mit dem Kopf nickt oder ablehnend die Arme verschränkt.


Ein am Roboter befestigtes Smartphone aus der Galaxy Familie stellt wiederum das Live-Video des Kindes dar. So können Jonas und seine Klassenkameraden sich gegenseitig sehen. Jonas ist dadurch auch auf dem Pausenhof oder bei Schulausflügen mit dabei.

image

Ein voller Erfolg

Für die Schulen und die Eltern ist das Angebot von Avatar Kids kostenlos. Die Finanzierung wird von Samsung und weiteren Sponsoren übernommen. Laut Martin Kathriner, Public Affairs und Citizenship Manager stand die Beteiligung an dem Projekt von Anfang an ausser Frage. «Es ist schön zu sehen, wie moderne Technik die jungen Patienten während ihrer schweren Stunden unterstützt und einen gewissen Grad an Normalität ermöglicht. Die Reaktionen der Mitschüler waren erstaunlich: Schon nach kurzer Zeit haben sie den Roboter mit Jonas angesprochen. »

image

Die Pilotphase hat sich als voller Erfolg erwiesen und in Zukunft dürfte Avatar Kids vielen weiteren kranken Kindern helfen, ein Stück Normalität in ihren erschwerten Alltag zu bringen.

Das innovative Projekt hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So hat das Schweizer Fernsehen in seiner Sendung Einsteins Avatar Kids und dem siebenjährigen Jonas einen Beitrag gewidmet.