Auf dem Bahnrad durch den Krater – Patrick Seabase auf Teneriffa

Der Berner Patrick Seabase hat bereits mehrfach bewiesen, dass er ein absoluter Pionier ist wenn es um das Thema Fixed Gear Fahrräder, kurz Fixie geht. Denn nur die wenigsten würden auf einem Fahrrad ohne Bremsen beispielsweise eine der gefährlichsten Bergstrassen Afrikas abwärts fahren. Sein letztes Projekt führte ihn zusammen mit Fotograf und perspactives.com-Botschafter Gian Paul Lozza nach Teneriffa, um dort auf einem Bahnrad die Vielfältigkeiten der kanarischen Insel zu erkunden. Im Folgenden beschreibt Patrick was er dabei erlebt hat:

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Von Null auf 2300m – es gibt nicht viele Orte wie Teneriffa, die einem das Zurücklegen von so vielen Höhenmetern durch einen einzigen Anstieg erlauben. Von der Küste bei Puerto de la Cruz schlängelt sich die Strasse durch Waldgebiet über 45km zum Krater am Fusse des El Teide, Teneriffas höchstem Berg. Man weiss nie was einen erwartet! Die Sicht ist vom Nebel getrübt und man könnte meinen man befinde sich in einer Art Zwischenwelt. Bei der erschwerten Sicht ergeben die Pedalumdrehungen im Einklang mit dem Geräusch der Kette den perfekten Soundtrack – ein Mantra, welches den mentalen Antrieb motiviert.

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Sobald man die ersten 1500 Höhenmeter hinter sich hat und man den Wolkenteppich neben dem Abgrund bestaunen kann, rückt auch das Ziel in weiter Ferne immer näher. Die Anstrengung hält sich dabei in Grenzen, da die einer Mondlandschaft gleichenden Umgebung wie ein Schmerzmittel wirkt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl mit einem Bahnrad durch eine Kraterstrasse zu fahren. Der Rückenwind ermöglichte mir eine Spitzengeschwindigkeit von 70km/h auf einer fast flachen Passage und meine Beine schienen sich durch die hohe Kadenz selbstständig zu machen. Pure Euphorie!

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Auf der Strecke vom sonnigen Krater zurück in das schwarzwaldartige Terrain bahnten sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch das teils unbewachsene Waldgebiet und hatten eine Stroboskop-artige Wirkung: Schatten-Licht-Schatten-Licht in Intervallen von 10 Metern. Plötzlicher Regen und Nebel auf der von mir bisher unbefahrenen Strasse machten den Downhill nicht gerade leichter. Ein Cocktail der Sonderklasse!

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Meine Sicht beschränkte sich auf 5 Meter und der Gedanke, dass sich mein Hinterreifen bald verabschieden könnte, hat in mir jede Menge Adrenalin hervorgerufen. Intuition und Instinkt ermöglichten mir das Ganze mit Vertrauen zu geniessen. Einfach unglaublich! Eine einzigartige Erfahrung!

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Alle Bilder von Gian Paul Lozza

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