Wie wird man Fotograf?

Name: Gian Paul Lozza
Alter: 38
Geburtsort: Marmorera, Schweiz
Wohnort: London und Zürich
Fotografiert seit: 1995 (im Alter von 19 Jahren)
Erster Kunde: Backside Skateboard Magazine
Fotografiert für folgende Magazine: Time, Pleasure, Transworld, The Red Bulletin, Wallpaper, Guardian Weekend, Das Magazin, ...
Spezialisiert auf: Menschen in Bewegung, aber auch als Portrait; Landschaften.

Was oder wen würdest du in deinem Leben gerne einmal shooten?
Da gibt es sehr vieles. Interessant ist es zum Beispiel Personen zu porträtieren, die etwas Spezielles gemacht haben. Sicherlich wäre Nelson Mandela auf dieser Liste gewesen.

Website: www.lozzaphoto.com

Lozza, wie wird man Fotograf?
Diese Frage wird mir oft gestellt und es ist schwierig, sie zu beantworten. Sicher, es braucht viel Willen und die Bereitschaft, alles zu geben, selbstkritisch zu sein und natürlich Leidenschaft. Es gibt aber nicht nur einen Weg. Und so kann ich diese Frage nur anhand meines eigenen Werdegangs beantworten.

Zufall und Fleiss
Ich kam per Zufall zur Fotografie. Als junger Snowboarder war ich zwar gut genug, um gesponsert zu werden, aber doch nicht talentiert genug zum Pro. Wir haben uns zu dieser Zeit viel gegenseitig fotografiert, um Sponsoren zu finden. Meine Bilder waren dabei oft besser als die meiner Freunde. Das Fotografieren machte mir so grossen Spass, dass ich immer mehr fotografiert habe und immer weniger gefahren bin.

Grosse Namen waren hilfreich
Mein Glück war, dass meine Freunde grosse Namen waren wie Martin Rutz, Marco Lutz oder Gian Simmen, zu dieser Zeit absolute Weltklassefahrer. Auch darum waren meine Bilder gefragt und ich verdiente auf einmal Geld mit ihnen. Ich habe mich dann voll reingehängt und so viel wie möglich über Fotografie gelernt, damit meine Bilder immer besser wurden. Nach ein paar Jahren habe ich bei diversen Fotografen Praktika gemacht und assistiert. Nur so konnte ich das Handwerk von Grund auf lernen. Heute arbeite ich als Freelance Fotograf auf der ganzen Welt und habe Kunden wie Nike, Burton, Converse oder Samsung und arbeite für Magazine wie Transworld, Pleasure, Time oder Wallpaper.

Action Sports Fotografie
Ich denke, das wichtigste Puzzleteil bei meinem Weg war meine Leidenschaft zum Snowboarden. Dadurch, dass ich gut Snowboard fahre, konnte ich damals Bilder machen, wie nur ganz wenige auf der Welt. Weil ich selber alles fahren konnte, kam ich an die besten Orte und dadurch auch viel näher an die Action. Die Rider akzeptierten mich und vertrauten mir. Das ist wichtig, denn gute Action Sports Fotografie entsteht immer im Team und dieses muss sich gegenseitig vertrauen. Nur so kann man an die Grenzen gehen.

Leidenschaft, die zählt
Aber warum erzähle ich dies? Gehen wir zurück zu unserer Ausgangsfrage: Wie wird man Fotograf? Ich wollte mit meiner Geschichte zeigen, dass das Wichtigste sowohl die Leidenschaft für die Fotografie ist, als auch für das, was man fotografiert. Technik ist mit ein bisschen Fleiss lernbar und sicher notwendig, aber damit macht man noch keine guten Bilder. Die guten Bilder entstehen meiner Meinung nach, wenn man es schafft, seine Leidenschaft und sein Interesse ganz in ein Bild zu bringen.