Der Arbeitsplatz der Zukunft kennt keine Grenzen

März 31, 2017

Der Arbeitsplatz der Zukunft kennt keine Grenzen

Der Arbeitsplatz der Zukunft sprengt physische Mauern und schafft Raum für Kreativität. Wie digitale Technologien unsere Arbeitswelt revolutionieren.

Erwerbstätigkeit oder individueller Lebensrhythmus? Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen es, frei und selbst zu entscheiden, wann und wo man seine Arbeit verrichtet, ohne die unternehmerischen Ziele zu vernachlässigen.

Mobiles Arbeiten hoch im Kurs
Immer mehr Arbeitnehmer wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit, daher steht mobiles und flexibles Arbeiten hoch im Kurs. Durch die Verwendung moderner Hardware, wie Laptops, Tablets, Smartphones und leistungsstarken Softwarelösungen in Kombination mit mobilem Internetzugang können viele Tätigkeiten heutzutage ortsungebunden verrichtet werden. Die wesentliche Voraussetzung dafür ist laut einer Umfrage des internationalen Beratungsunternehmens Deloitte vor allem eine Unternehmenskultur, die von Vertrauen und Ergebnisorientierung geprägt ist.

Anwesenheit = Leistung?
Nur etwa die Hälfte der Befragten würde ihrem Unternehmen eine derartige Kultur zuschreiben, die andere Hälfte sieht noch immer Kontrolle und Anwesenheitspflicht als wesentliche Charakteristika der eigenen Organisation. „Mobiles Arbeiten macht der einfachen Formel ‚Anwesenheit = Leistung’ endgültig einen Strich durch die Rechnung“, so Barbara Kellner, Expertin bei Deloitte. „Mitarbeiter müssen die Möglichkeiten moderner Informations- und Kommunikationstechnologien als Chance bzw. Benefit wahrnehmen. Dann ist es möglich, diese zur Verbesserung der Work-Life-Integration zu nutzen“, meint Stefan Pichler, HR Management Samsung Electronics Austria.

Home Office auf dem Vormarsch
Eine aktuell besonders beliebte Form des mobilen bzw. flexiblen Arbeitens ist das Arbeiten von zuhause. Die Arbeit im Home Office wird laut dem Digitalverband Bitkom mittlerweile sogar zum Standard. In knapp jedem dritten deutschen Unternehmen (30 Prozent) können Mitarbeiter ganz oder teilweise von zuhause aus arbeiten. Das entspricht einer Steigerung um 10 Prozentpunkte gegenüber 2014, als der Anteil noch bei 20 Prozent lag, so die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage im Auftrag von Bitkom. Demnach wird sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen.

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Arbeitsplatz der Zukunft

Gut vier von zehn Unternehmen (43 Prozent) erwarten, dass der Anteil der Home Office-Mitarbeiter in den kommenden fünf bis zehn Jahren weiter steigen wird, während jedes zweite (50 Prozent) davon ausgeht, dass er konstant bleibt. „Viele Jobs können dank digitaler Technologien zu jeder Zeit und von jedem Ort aus erledigt werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Nach anfänglicher Zurückhaltung wird Home Office bei vielen deutschen Unternehmen zum Alltag. Aber die Erfahrungen zeigen auch, dass dieses Modell nicht in jedem Fall geeignet ist.“

Büro als Wohlfühlraum
Obwohl ein Großteil der Arbeit von Morgen von zuhause oder unterwegs erledigt werden kann, sollte das physische Büro nicht völlig außer Acht gelassen werden. Deloitte zufolge, würde durch den Übergang von fixen zu flexiblen Arbeitsplätzen die Bürofläche pro Mitarbeiter sinken. Dabei sei eine Clean-Desk Policy unerlässlich, damit am nächsten Tag ein neuer Mitarbeiter den Arbeitsplatz benutzen kann. Als Unternehmen sollte man versuchen, einen Ort zu kreieren, an dem sich die Mitarbeiter wohl fühlen, sei es beispielsweise durch die Einführung von Ruhezonen, Lounge-Bereichen oder Cafeterien. Ebenso wichtig ist die Einteilung eines Großraumbüros in kleinere, abgetrennte Einheiten, damit die Mitarbeiter die nötige Ruhe für konzentriertes Arbeiten finden.

Neue Karriere-Modelle
Der Aufbau von Karrieremodellen und Entwicklungsmaßnahmen muss neu gedacht werden. Eine Kultur des kontinuierlichen Lernens, Anpassungsfähigkeit, Entwicklung und persönliche Entfaltung stehen dabei im Mittelpunkt. Laut den "Deloitte Human Capital Trends 2017" geben 83 Prozent der Führungskräfte diesen Faktoren eine hohe Priorität. Die Wichtigkeit innovativer Personalentwicklung wurde von vielen bereits erkannt: 61 Prozent der Unternehmen in Österreich arbeiten bereits an ihren Karrieremodellen oder planen dies zu tun.