Produktivität / Leben

Wenn Kinderbetreuung und Homeoffice aufeinandertreffen: Alex

Drei Familienväter, welche momentan Kinderbetreuung und Homeoffice vereinen müssen, haben uns Einsicht in ihr kopfüber stehendes Leben gegeben.

Kinder spielen gemeinsam Jenga.

Als Head of Digital Communication hat Alex bereits einen sehr vollen Terminkalender – wie dieser sich im Homeoffice mit zwei kleinen Kindern bewältigen lässt, erzählt er uns im Interview.

Kinder vor einem Samsung TV am spielen.

Alex, erzähl uns kurz, wie die Situation bei dir zuhause aussieht.

Ich bin zu 100 Prozent arbeitstätig in einem internationalen Großunternehmen und gleichzeitig zweifacher Familienvater. Der Kleine wird diese Woche fünf, und meine Tochter wurde letzten Monat sechs, dementsprechend sind beide sehr aktiv.

Meine Frau ist ebenfalls im Management bei einem internationalen Großunternehmen tätig und somit beruflich auch sehr eingespannt. Wir durchleben momentan eine sehr hektische und anstrengende Zeit mit Kinderbetreuung und Homeoffice zugleich.

«Plötzlich beide Eltern zuhause zu haben, war für sie am Anfang wie Dauer-Wochenende.»

Wie ist das Homeoffice heute, verglichen mit der ersten Woche?

In den ersten Tagen haben sich die Kinder mehr gestritten als heute. Es ist auch für sie eine große Umstellung, an die sie sich gewöhnen müssen. Ihren Frust, dass sie nicht mit ihren Freunden spielen können, müssen wir auch verstehen.

Den Tagesablauf hinsichtlich unserer Arbeit und der Kinderbetreuung passen wir der Stimmung der Kinder an. Plötzlich beide Eltern zuhause zu haben, war für sie am Anfang wie Dauer-Wochenende. Mittlerweile beschäftigen sie sich öfter selber und spielen gemeinsam. Trotzdem brauchen sie aber weiterhin viel von unserer Aufmerksamkeit.

«Jetzt ist rund um die Uhr Rambazamba angesagt, und die Zeit zwischen Arbeit und Familie verschwimmt.»

Gab es Sachen, die du unterschätzt hast in Bezug auf das Homeoffice?

Dadurch, dass die Arbeitsmenge bei uns extrem zugenommen hat und wir uns Vollzeit um die Kinderbetreuung kümmern, fällt die ganze eigene Erholungsphase weg. Jetzt ist rund um die Uhr Rambazamba angesagt, und die Zeit zwischen Arbeit und Familie verschwimmt. Man ist weniger resistent gegen Lärm und Zankereien der Kinder. Das ist für alle eine große Umstellung, da sollte man nicht zu hart zu sich sein, und man darf sich auch mal überfordert fühlen.

Wichtig finde ich, dass wir an den Wochenenden voll und ganz für die Familie da sind und möglichst nicht arbeiten.

Gibt es die Lösung, wenn die Kinder mal außer Kontrolle geraten?

Wenn es wirklich ausartet, müssen die Kinder getrennt in zwei separaten Räumen Pause machen, wo sie sich Gedanken über die Streiterei machen sollen. Dies beruhigt sie schnell wieder.

Für die sonstige Beschäftigung ist es völlig in Ordnung, dass sie in dieser Zeit mehr TV schauen dürfen. Vor allem, wenn meine Frau und ich gleichzeitig arbeiten müssen und Video-Calls haben.

Wie ist das Homeoffice heute, verglichen mit der ersten Woche?

Wir sind jetzt in der dritten Woche Homeoffice. Mit Mobile-Working arbeiten wir schon lange und da konnten wir immer wieder vereinzelt Tage austesten. Sagen wir es so;, seit dem zweiten Kind bin ich nicht mehr so der Mobile-Working/ Homeoffice Fan, denn eines der Kinder schreit immer. Einen Tagesablauf für meine Arbeit zu finden, fiel mir nicht sonderlich schwer, aber man musste sich als Familie neu finden. Man muss schauen, dass man zum Beispiel gemeinsam Frühstück isst und auch am Abend nach der Arbeit einen gemeinsamen Ablauf hat.

Wie gehen die Kinder mit der Situation um?

Die Kindergärtnerinnen legen regelmäßig Aufgaben in unseren Briefkasten, und da freuen sich die Kinder enorm darauf. Die Aufgaben sind meist kreativ und geben den Kindern Abwechslung. Was bei uns aber an oberster Stelle steht, sind Gesellschaftsspiele wie UNO, Eile mit Weile etc. Das haben sie schon vorher sehr gerne gemacht, da wir die Abende mit den Kindern schon von Anfang an TV-frei gestaltet haben.

Meine Kinder beschäftigen sich momentan interessanterweise stundenlang mit Kofferpacken für imaginäre Ferien. Da überlegen sie sich, was sie alles mitnehmen möchten und wo wir hingehen. Danach verstauen sie wieder alles und packen für neue Ferien. Auf diese Idee wären wir als Eltern gar nie gekommen, aber Kinder lassen auch hier ihrer Kreativität einfach freien Lauf.

Was ist dein Tipp für alle Eltern in dieser Situation?

Uns hilft es sehr, dass wir zum Teil einzeln Zeit mit je einem Kind verbringen. Das schätzen auch die Kinder sehr, und sie fühlen sich in der Situation besser verstanden. Auch möglichst eine Routine beizubehalten, ist für uns wichtig. Mittagessen ist immer etwas unterschiedlich, je nach Auslastung bei der Arbeit. Aber Abendessen ist für uns Familienzeit.

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