Produktivität / Enabling People

Solve for Tomorrow: Sieben Ideen für eine bessere Zukunft

Die Initiative Solve for Tomorrow von Samsung feierte dieses Jahr in der Schweiz Premiere. Was vor vier Monaten mit der Suche nach Ideen für soziale Innovation anfing, hat mittlerweile konkrete Start-up-Konzepte hervorgebracht, von denen man hoffentlich noch hören wird.

Ein voller Saal zeigt das Publikum, das einem Redner auf der Bühne zuhört.

Es ist ein sonniger Winternachmittag Mitte Januar 2020, und wie so oft zum Jahresanfang weht in Zürich ein frischer Wind. Vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht aber auch an den sieben neuen, gesellschaftsverändernden Ideen, die am selben Abend bei Impact Hub in den Viaduktbögen vorgestellt werden.

Die Pitch-Night, so der Name des Anlasses, markiert das Ende einer viermonatigen Initiative, die im Herbst 2019 von Samsung Schweiz angestossen wurde und deren Teilnehmerteams eine Start-up-Idee für mehr Barrierefreiheit in unserer Gesellschaft hervorbringen sollten. Keine leichte Aufgabe.

«Mit der Initiative Solve for Tomorrow sucht Samsung Schweiz nach Social Entrepreneurs, die innovative und technologiebasierte Ideen zum Abbau gesellschaftlicher Barrieren haben. Wir haben Tools und das Know-how zahlreicher Experten zur Verfügung gestellt, die Teams durch mehrere Workshops begleitet und ihnen dabei geholfen, ihre Ideen zu realitätsfähigen, umsetzbaren Konzepten zu formen. Das Ziel ist es, gemeinsame soziale Innovationen zu entwickeln, die uns als Gesellschaft weiterbringen», erklärt Martin Zust, Head of Corporate Affairs bei Samsung Schweiz. «Ich bin sehr gespannt, wen die Jury heute zum Gewinner küren wird, denn alle Teams haben in den letzten Monaten bemerkenswerte Fortschritte gemacht».

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Solve for Tomorrow: Sieben Ideen für eine bessere Zukunft

Vom Workshop zum Start-up

Tatsächlich war der Weg von der Idee bis hin zum aktuellen Konzept ein steiniger. Nach der Aufrufphase und dem erfolgreichen Kick-off, bei dem sich erste Teams herausgebildet hatten, mussten die Teilnehmer ihre Idee schnellstmöglich auf der Website von Solve for Tomorrow online stellen. Innerhalb kürzester Zeit waren 26 Ideen aufgeschaltet. Danach ging es in eine erste heisse Phase: Nach einem knapp dreiwöchigen Online-Voting schieden drei Viertel der Ideen – und Teams – aus. Die verbliebenen sieben Teams durften nun einander beraten, sich beraten lassen und ihre Ideen während dreier Workshops feinschleifen und mit Methoden des Design-Thinking-Prozesses auf ein neues Niveau heben.

Verschiedene Gruppen sitzen beim Impact Hub und diskutieren ihre Ideen.

Mit Herzblut und Vision

«Es war ein recht intensiver Prozess», erklärt Laurène Descamps, Design-Thinking-Coach für soziale Innovationen bei Impact Hub und Expertin bei Solve for Tomorrow. «Die Teilnehmer haben im Laufe der drei Workshops eine grosse Entwicklung durchgemacht. Nicht alle Teams waren von Anfang an auf dem gleichen Niveau, was das Coaching nicht unbedingt vereinfachte. Zu Beginn haben sich manche Teammitglieder auch noch gar nicht gekannt, aber sie hatten alle eine gemeinsame Vision. Das hat mich motiviert und beeindruckt. Da sind Menschen darunter, die aus völlig unterschiedlichen Gebieten kommen und mit Herzblut auch über die Festtage noch an ihren Konzepten gefeilt haben. Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis und habe auch meine persönlichen Favoriten, die ich aber nicht verraten werde», lacht Laurène.

Namhafte Jurymitglieder

Langsam füllt sich der Saal an der Viaduktstrasse 93 in Zürich. Nervosität liegt in der Luft. Welches Team wird es schaffen, mit seinem Konzept zu überzeugen? Die Mitglieder der jeweiligen Teams besprechen untereinander noch die letzten Details vor ihrem entscheidenden Auftritt an der Pitch-Night.
Die fünfköpfige Jury nimmt allmählich Platz. Sie umfasst Namen aus verschiedensten Branchen, die alle unsere Zukunft mitgestalten: Marc Vontobel, Gründer und CTO von Starmind, einem mehrfach international ausgezeichneten Start-up, das über künstliche Intelligenz (KI) Menschen in Grossunternehmen zusammenführt; Karin A. Stephan von Impact Hub leitet eine Community von über 1000 Technikern, Entrepreneurs und Kreativen; Prof. Dr. Ernst Hafen, Vorsitzender des Instituts für Molekulare Systembiologie an der ETH Zürich, setzt sich für Datendemokratisierung ein und möchte, dass Bürger besonders im medizinischen Umfeld selbstbestimmt über ihre Daten verfügen können; und schliesslich Martin Zust, Head of Corporate Affairs, der seit mehreren Jahren das gesellschaftliche Engagement von Samsung Schweiz leitet.

Die fünfköpfige Jury hört konzentriert zu und macht sich Notizen.

Solve for Tomorrow und die Sustainable Development Goals (SDG)

Am Jurypult sitzt auch Till Berger, stellvertretender Sektionschef beim Bundesamt für Raumentwicklung ARE. Tills Arbeit ist geprägt durch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG), die von den UN-Mitgliedstaaten bis 2030 erreicht werden sollen. Auch bei der Konzeption von Solve for Tomorrow waren die SDG massgebend: «Solve for Tomorrow hat es sich zum Ziel gesetzt, Ideen zu fördern, die das Nachhaltigkeitsziel Nummer 10 verfolgen: den Abbau von Ungleichheiten zwischen und innerhalb der Länder. Durch diesen Filter werde ich alle Arbeiten scannen und beurteilen.»
Der Saal verstummt und das erste Team betritt die Bühne.

Ein Teammitglied von FearlesShero klickt auf den Bildschirm seines Smartphones. Dahinter wird ein Handybildschirm auf eine Leinwand projiziert.

Pitch-Night: In fünf Minuten zum Sieg

An der Pitch-Night zu präsentieren, ist kein einfaches Unterfangen. Die Ideen, welche die sieben Teams in den vergangenen Monaten zu konkreten Konzepten geformt haben, müssen in Fünf-Minuten-Slots gepackt und der Jury überzeugend präsentiert werden.
Doch alle sieben Teams waren auf diese Bedingung vorbereitet: Die Präsentationen sind gut durchdacht, und die Protagonisten liefern nicht nur überzeugende Pitches, sondern greifen zuweilen sogar auf Methoden zurück, die man aus dem Improvisationstheater kennt. Die Spannung steigt von Pitch zu Pitch, sodass es nicht überrascht, wenn die Jury sich länger zurückziehen muss, um das Siegerteam zu ermitteln. Auch Luciano Butera berät sich mit der Jury. Der Leiter Technologie und Innovation beim Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband SBV wird einem Team den Sonderpreis des SBV überreichen: die Möglichkeit zur Weiterentwicklung von Konzept und Prototyp in enger Zusammenarbeit mit dem SBV.

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