Produktivität / Enabling People

Solve for Tomorrow: Die Entscheidung

Einfach sei es nicht gewesen, erklärt Karin A. Stephan, Community-Verantwortliche bei Impact Hub und Jurymitglied von Solve for Tomorrow.

Ein Mann im Rollstuhl präsentiert seine Idee, das Publikum vor ihm klatscht.

Alle Ideen hätten einen Bedarf getroffen, aber es könne nur ein Siegerteam geben. CléA, eine digitale Assistenzplattform, überzeugt die Jury vollends. Die Plattform soll Menschen mit Behinderungen bei der Suche nach geeigneten Assistenten sowie bei Planung und Verwaltung helfen. Dies vereinfacht ihre Rolle als Arbeitgeber und fördert ihre Selbstbestimmung, Inklusion und Gleichstellung. «Man fragt sich bei solchen Ideen, warum es das nicht schon längst gibt», erklärt Till Berger den Entscheid. «CléA trifft einen ganz klaren Bedarf, hat eine klare Zielgruppe, ist absolut umsetzbar und wurde von einem sehr authentischen Team vorgestellt. Besonders gefallen hat uns, dass Menschen mit einer Behinderung durch CléA besser in die Gesellschaft integriert werden.»

Drei Jurymitglieder klatschen.

CléA: Grosser gesellschaftlicher Nutzen

«Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung und die Bestätigung, dass unsere Idee auch vor externen Experten standhält. Das motiviert uns sehr», erklärt ein sichtlich erleichterter Severin Bischof, Präsident des eigens gegründeten Fördervereins CléA. «Viele behinderte Personen, die im Assistenzmodell leben, haben grosse Mühe bei der Verwaltung ihrer Assistenten. Häufig sind sie nicht in der Lage, die Assistenzbeiträge selbstständig zu beantragen. Hier kann CléA Unterstützung leisten. Die Assistenzplattform setzt sich aus einzelnen Tools zusammen – Jobplattform, Planung, Zeitabrechnung und Abrechnungstool – und erleichtert damit die Suche nach Assistenten, die administrative Verwaltung des Assistenzteams und die direkte Abrechnung des Assistenzbeitrags mit der kantonalen IV-Stelle. «Heutzutage ist der administrative Aufwand sehr komplex und für viele Menschen mit Behinderung nicht zu bewältigen. Hier setzt CléA an. Durch die Vereinfachung wird die Einstiegshürde spürbar gesenkt, was einen grossen Nutzen für die Gesellschaft darstellt», so Bischof.

Siegerehrung: Severin Bischof im Rollstuhl und Frédéric Baur von CléA bekommen von Martin Zust (Samsung) und Luciano Butera (SBV) einen Umschlag mit dem ersten Preis überreicht.

Bedeutung der Initiative Solve for Tomorrow

Luciano Butera vom SBV und SDG-Experte Till Berger sind sich einig, dass Initiativen wie Solve for Tomorrow einen sehr wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. «Soziale Innovation passiert in der Regel in kleineren Communitys, die kein kommerzielles Ziel verfolgen. Deshalb sind solche Initiativen sehr wichtig, da sie den Communitys eine Plattform geben und sie so unterstützen.» Und Luciano Butera ergänzt: «Aus der Sicht des SBV braucht es Initiativen wie Solve for Tomorrow, weil uns neue Ideen neue Gesichtspunkte liefern. Wir bekommen frische Impulse zur Beseitigung von Hürden für Menschen mit Behinderung. Es gibt verschiedene Behinderungen, welche dieselben Probleme nach sich ziehen, und aus solchen Initiativen lernt man, dass man auch zusammenspannen kann. Das müssen wir viel öfter tun.»

Drei Personen stehen um einen Tisch herum und unterhalten sich, vor ihnen befinden sich ein Buffet und verschiedene Getränke.

Wie es weitergeht

Solve for Tomorrow wird nach dem geglückten Start auch 2020 fortgesetzt. Wer informiert bleiben möchte, meldet sich bitte unter www.solvefortomorrow.ch/abonnieren zum Newsletter an.

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