Produktivität / Enabling People

Solve for Tomorrow – für eine bessere Zukunft

Samsung fördert Menschen bei der Entwicklung kreativer Ideen für eine bessere Zukunft.

Image

Mit der Initiative «Solve for Tomorrow» will Samsung neue Antworten für eine bessere Zukunft finden. Darum bringt Samsung ihr Know-How und neueste Technologien mit den Social Entrepreneurs von morgen zusammen. Mit dem Ziel, soziale Innovationen zu schaffen, die die Gesellschaft weiterbringen. Der Schweizerische Blindenverband unterstützt diese Initiative. Mit «Solve for Tomorrow» unterstützt Samsung die Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele bis 2030 (SDG-Agenda 2030). Für die erste Ausführung des Wettbewerbs wird dabei auf das SDG 10 - Ungleichheiten abbauen – fokussiert.

Gesucht werden Menschen, die eine unternehmerische Lösung für heutige gesellschaftliche Herausforderungen anstreben. Mithilfe des Design-Thinking Ansatzes und digitaler Technologien sollen Lösungen gefunden werden, bestehende Barrieren zu überwinden und Hürden abzubauen. Was das konkret bedeuten könnte, erklärt Luciano Butera, Innovationsverantwortlicher beim SBV und Experte für die Initiative «Solve for Tomorrow», im nachfolgenden Interview.

Image

Luciano, wer bist du und was ist deine Rolle beim Blindenverband?

Mein Name ist Luciano Butera, ich leite beim SBV die Abteilung Technologie und Innovation und bin selber blind. Ich habe an der ETH Informatik studiert, in Start-Ups gearbeitet und vor ca. 10 Jahren noch einen MBA an der HSG absolviert.
Unser Ziel beim SBV ist es, technische Lösungen zu finden, die den Alltag von Blinden und Sehbehinderten vereinfachen. Dafür tun wir drei Dinge: Wir testen Produkte auf ihre Markttauglichkeit, wir unterstützen andere bei der Entwicklung, wenn sie ihr Produkt zugänglich machen wollen, drittens entwickeln wir auch selber Ideen, wenn wir glauben, dass noch etwas fehlt, oder etwas noch Verbesserungspotenzial hat.

Wir versuchen 1-2 Innovationen pro Jahr zu entwickeln. Das sind nicht sehr viele Innovationen, weil wir ein sehr kleines Team sind. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Samsung für «Solve for Tomorrow» auch spannend.

Kannst du uns ein Beispiel einer solchen Innovation nennen?

Wir haben zum Beispiel eine App entwickelt, die Schweizer Franken erkennen kann.
Die gab es schon für Euros und Dollars, und als wir nach einer Anfrage bei den Entwicklern nichts zurückgehört hatten, haben wir sie einfach selber entwickelt. Wir versuchen dabei nichts zu machen, das es schon gibt, sondern da anzusetzen, wo es noch Lücken hat.
Ein weiteres Beispiel ist «Intros», der Prototyp einer App, die erkennt, wenn ein Bus einfährt, welche Linie es ist und wo ihr Ziel liegt.

Was ist deine Rolle bei «Solve for Tomorrow»?

Bei S4T werde ich vor allem den Bereich «Sehbehinderung» abdecken. Ich werde aufzeigen können, wie die effektiven Anwendungsbeispiele aussehen, wo wir bei Innovationen an unsere Grenzen stossen, und wo die Probleme liegen, die ein Sehender vielleicht nicht erwartet hätte.
Ein Beispiel dazu: Als wir die Gelderkennungs-App entwickelt haben, war das Problem nicht das Gelderkennen, sondern die Tatsache, dass Blinde mit dem Telefon nicht zielen können. Wir mussten uns also überlegen, wie die App dem Benutzer mitteilt, dass er das Handy auf das Geld richtet.
Es gab auch schon den Fall, dass uns damals auch ein blinder User anrief und meinte, die App funktioniere nicht. Beim Gespräch stellte sich dann heraus, dass der Herr, dadurch, dass er Blind war, sein Licht nicht anhatte in der Wohnung. Entsprechend konnte sein Handy im Dunkeln nichts erkennen.
Das sind Herausforderungen der anwenderischen und nicht der technischen Art.

Wie viele Menschen in der Schweiz leiden an einer Sehbehinderung?

Es gibt eine Studie vom Schweizerischer Zentralverein für das Blindenwesen, das ist unsere Dachorganisation, die von 320'000 betroffenen Personen in der Schweiz spricht. Davon ist nur ein Bruchteil wirklich blind. Und auch bei Sehbehinderungen gibt es ganz viele Nuancen. Es gibt den Röhrenblick, es gibt Menschen, die sehen in der Mitte nichts und in der Peripherie sehen sie – da gibt es wirklich viele Unterschiede.

In welchen Bereichen erhoffst du dir von Solve for Tomorrow als Blinder Lösungen, die dein Leben verbessern werden?

Vor allem im Mobilitätsbereich. Denn vor allem im öffentlichen Raum bieten sich immer wieder Herausforderungen. Auch im Bereich öffentliche Verkehrsmittel, Reiseplanung, Hinderniserkennung. Was muss ich machen, damit ich nicht in eine Lastwagenrampe hineinlaufe? Ein weiterer Punkt sind die neuen öffentlichen Räume, diese Mischzonen wo man jetzt Fussgänger, Fahrräder und E-Scooter hat.

Wie hat sich das in den letzten Jahren verändert, sind da neue Hürden auf euch zugekommen?

Das kann man so sagen. Besonders in den letzten 2-3 Jahren hat sich das mit dem Aufkommen der Elektrovelos und E-Scooter rasant entwickelt. Eine der grössten Hürden ist, dass man die Verkehrsteilnehmer zum Teil nicht mehr hört. Und oftmals ist unklar, wo sie fahren müssen, was heisst, dass sie von überall herkommen können.

Als Innovationsverantwortlicher beim SBV bist du ein Experte für diese Initiative. Wie wirst du die Teilnehmer unterstützen, was können sie von Dir erwarten?

Sie können sicher sehr praktische Inputs von mir erwarten. Eine Beratung und Einschätzungen wie man Tools im Alltag verwenden kann. Aber auch technische Unterstützung wenn jemand z.B. eine Weblösung implementieren möchte. Ich werde Inputs geben können und beim Testen und Verifizieren helfen. Es wird auf jeden Fall sehr praxisnah.

ENTDECKE WEITERE STORIES