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Smartphone statt Hotel-Schlüsselkarte

2017-10-27
Smartphone statt Hotel-Schlüsselkarte

Im November führte die Hotelkette Starwoods and Resorts – die weltweit mehr als 1.100 Hotels betreibt – eine neue Technologie ein, mit der die Gäste mit wenigen Handbewegungen über ihre Smartphones ihre Hotelzimmer auswählen, einchecken und schließlich sogar die Tür öffnen können. Die Technologie wurde in zehn Aloft-, Element- und W-Hotels eingeführt und ist Teil der neuen Hightech-Hotel-Innovationen.

Hilton Worldwide bringt den Smartphone-Schlüssel in die ganze Welt. Das Unternehmen hat angekündigt, dass digitaler Check-in und digitale Zimmerauswahl – entweder von Grundrissen oder Listen – in mehr als 4.000 Hotels aller 11 Marken des Hilton-Portfolios verfügbar sein werden.

Ab 2015 will Hilton ein System einführen, das es ermöglicht, mobile Endgeräte als Zimmerschlüssel zu verwenden. Alle US-Hotels von vier Marken sollen bis Ende des nächsten Jahres mit dieser Technologie ausgestattet werden, so das Unternehmen. Das Unternehmen teilt mit, dass der Großteil der Zimmer auf aller Welt bis zum nächsten Jahr mit schlüssellosen Türen ausgestattet sein wird.

„Wir haben bereits erlebt, wie neue Technologien in vielen Branchen, einschließlich unserer, zu Umwälzungen geführt haben“, so Geraldine Calpin, Senior Vice President und Global Head of Digital bei Hilton Worldwide. „Unsere Gäste wollen auf jegliche Weise, immer und überall mit uns in Verbindung bleiben. Sie erwarten das – und wir sorgen dafür, dass wir die digitalen Tools bereitstellen, um diese Interaktion zu ermöglichen.“

Hilton hat seit der Übernahme durch The Blackstone Group im Jahr 2007 550 Millionen US-Dollar in die Erneuerung der IT-Infrastruktur und die Vereinheitlichung der Gebäudemanagementsysteme investiert, und Calpin sagt, dass die Fähigkeit, die digitale Strategie des Unternehmens schnell und großflächig umzusetzen, ein Vorteil ist.

„Die Tatsache, dass wir die Innovation im großen Maßstab – über weltweit mehr als 4.100 Hotels hinweg – umgesetzt haben, unterscheidet uns von allen anderen“, so Calpin. „Hilton hat selbst digitale Grundrisse für mehr als 650.000 Zimmer erstellt und 40.000 Teammitglieder in der Nutzung der Technologie geschult.“

Kundenrückmeldungen, die durch Gästebefragungen, Bewertungsportale und Social-Media-Kanäle gewonnen wurden, spielten bei der Entwicklung der Technologie für den digitalen Check-in von Hilton eine entscheidende Rolle. So erfuhr das Unternehmen, dass zwei Drittel der Reisenden gerne ihr eigenes Hotelzimmer auswählen würden, dass 30 Prozent nicht gerne darauf warten, dass ihr Zimmer bereit steht, und dass 28 Prozent die Lage des Zimmers nicht mögen. Die neue Technologie nimmt sich all dieser Probleme an.

Die neue Check-in-Technologie ausprobieren

Die Technologie kann von Kunden genutzt werden, die Hilton HHonors-Mitglieder sind. Am Tag vor dem gebuchten Aufenthalt melden sie sich über ihr Smartphone, ihr Tablet oder ihren PC bei ihrem Konto an. Sie können dann einchecken und ihr Hotelzimmer mithilfe von digitalen Grundrissen, Fotos und Listen auswählen – bis zur Zimmernummer. Die Gäste können die App außerdem nutzen, um im Voraus Upgrades oder besondere Annehmlichkeiten wie eine Flasche Champagner oder ein zusätzliches Kissen erwerben.

Wenn die Gäste im Hotel ankommen, müssen sie nur noch ihren Schlüssel abholen und ihren Aufenthalt in ihrem hoffentlich perfekten Hotelzimmer von Hilton genießen. Sollten die Reisenden ein schlüsselloses Zimmer gebucht haben, müssen sie nicht in die Lobby, sondern können sofort ihr Hotelzimmer aufsuchen und mit ihrem Smartphone öffnen. Der digitale Check-out, der zur Zeit bei allen US-Hotels von Hilton zur Verfügung steht, wird bis Ende 2016 weltweit eingeführt.

Falls Sie sich nun fragen, ob Rezeptionisten damit der Vergangenheit angehören, weist Hilton darauf hin, dass die Technologie eine bessere Kundenerfahrung bieten wird, online und persönlich.

„Dank unserer neuen digitalen Tools können wir effizienter arbeiten und unsere Teammitglieder müssen sich weniger um Verwaltungsaufgaben kümmern und haben damit mehr Zeit für jeden einzelnen Gast“, so Calpin.

Hilton sagt, dass ihre Technologie nicht auf eine bestimmte Personengruppe zugeschnitten ist, aber dass sie von der Einbindung der Digital Natives profitieren könnten. Die sogenannten Millenials, die heute in den Zwanzigern und frühen Dreißigern sind, werden bis zum Jahr 2020 die Hälfte der Arbeitskräfte ausmachen. Studien zeigen, dass Geschäftsreisen im letzten Jahr allgemein zugenommen haben.

„Das ist nicht über Nacht passiert, aber es ist eine nachhaltige Entwicklung. Reisende wollen das Sagen haben“, so Calpin.

Auch andere Hotelketten experimentieren mit der Nutzung der Mobiltechnologie. InterContinental bietet einen mobilen Check-in und Push-Benachrichtigungen für die Smartphones der Gäste; mehr als 1.200 Marriott-Hotels bieten mobilen Check-in und Check-out, und diese Zahl soll bis Ende des Jahres auf 4.000 steigen.

Jeremy Bradley ist ein Multimediajournalist aus New York City. Seine Arbeit als Producer wurde auf CNN, CNN Digital und CNBC vorgestellt. Als Autor hat er Artikel auf CNN.com und Forbes veröffentlicht.

Quelle : Forbes Samsung BusinessVoice