Berühmte Trekkies berichten von ihrem ersten Mal

By Samsung, 20.11.2017.

Prominente Trekkies berichten von ihrem ersten Kontakt

Sandra Nasic, Martin Netter, Lieven L. Litaer und Daniel Räbiger – wir sprachen mit vier berühmten Trekkies

Als wir das letzte Mal für eine aktuelle Episode an Bord des berühmtesten Raumschiffs der Fernsehgeschichte gingen, gab es noch keine Smartphones, keine Streaming-Portale, und auch die Wohnzimmer zierte nicht etwa ein flacher Smart TV, sondern ein Koloss von einem Röhrenfernseher, dessen Bild trotzdem selten mehr als 80 Zentimeter Bilddiagonale hatte.

Heute sitzen die Fans wieder vor den Bildschirmen, aber es ist vieles anders. Während im Sci-Fi-Kosmos vieles beim Alten geblieben ist, hat sich für die Zuschauer seit ihrem persönlichen First Contact so einiges geändert. Wir haben mit ein paar berühmten Trekkies über ihr erstes Mal gesprochen und darüber, wie sie heute Serien schauen.

Guano-Apes-Sängerin Sandra Nasic

Sandra Nasic: Rockstar und Trekkie

1997 wurden Sandra Nasic und ihre Band Guano Apes zu Stars mit dem Rockhit „Open Your Eyes". Noch 20 Jahre später spielen sie in vollen Hallen und feiern das runde Jubiläum des Albums „Proud Like A God"-Was den meisten weniger bekannt ist als Kultsongs wie „Lords Of The Boards" ist die Tatsache, dass Sandra Nasic ein echter Sci-Fi-Nerd ist.

Dass du dich als Trekkie geoutet hast, ist ja schon eine Weile her. Bist du denn immer noch dabei?

Auf jeden Fall. Für mich ist alles, was das Sci–Fi-Feld behandelt, interessant. Mit sieben habe ich die alte Serie mit Captain Kirk geschaut. Es gibt nichts, was schon so lange filmisch fortgesetzt wird wie diese Reihe.

Die letzten Filme haben unter den Fans ziemlich polarisiert. Wie stehst du dazu?

Mit den alten Kinofilmen der 80er Jahre bin ich groß geworden, die schaue ich immer noch gerne. Ich stehe den ganzen Neuerungen aber offen gegenüber und denke, dass der Sprung in die Neuzeit filmisch gut gelungen ist. Die alten Filme haben natürlich ihren ganz eigenen Reiz, die neuen können sowohl erzählerisch wie filmisch viel mehr wagen. Was mir nicht gefällt, ist, eine schwache Story mit Effekten zu kaschieren.

Erinnerst du dich noch an dein „erstes Mal"?

Mein erstes Mal war die Folge mit den „Tribbles". Das lief im Fernsehen, ich war ca. sechs Jahre alt und schaute es heimlich mit meiner Schwester. Teil I, III, VI, VII, VIII und IX sind meine Lieblings-Kinofilme.

Wie sieht das heute aus, wenn du Serien schaust?

Ich schaue gern mal abends vorm Einschlafen gute Serien, das ist natürlich wie eine kleine Sucht, wenn die Serie gut ist.

Bist du eher süchtige Binge-Watcherin, oder bevorzugst du die wöchentliche Stück-für-Stück-Veröffentlichung?

Ich versuche, mich zu zügeln und vermeide es mittlerweile, wenn es irgendwie geht, komplette Staffeln durchzuschauen. Ich teile mir das jetzt schön ein, wie Schokolade.

Einige Trekkies sind davon überzeugt, dass die Technologien der Serien unmittelbares
Vorbild für heutige Smartphones, Tablets etc. seien. Welche noch nicht umgesetzte Technologie würdest du dir persönlich am meisten wünschen?


Gegen ein Holodeck oder einen Essensreplikator hätte ich überhaupt nichts einzuwenden. Interessant finde ich die Bineurale Gel-Pad-Technologie, da müsste es aber sehr strenge Regularien geben, da wir uns auf einem ziemlich schmalen Grad der Ethik bewegen.

Mega-Trekkie Martin Netter

Fundus-Hüter Martin Netter

Martin Netters Filmwelt-Collection in Bad Münder umfasst über 150.000 Teile. Uns hat er von seinem First Contact erzählt.

Wie verlief Ihr „First Contact"?

Ich erinnere mich noch, dass viele Haushalte da im Kampf um den Fernseher waren. Denn zeitgleich lief Sport. Ich hatte das Glück, dass mein Vater schon damals ein Science-Fiction-Fan war, wir haben die Folgen immer zusammen geschaut.
Wie sieht es heute im Streaming-Zeitalter aus?

Es ist eine Familiensache geblieben. Wir schauen die Episoden noch immer zusammen. Drei Generationen vor dem Fernseher vereint. Das ist heute etwas leichter zu bewerkstelligen. Gebunden an die TV-Sendezeiten musste man ganz schön um den Sendetermin herum planen. Wenn einer dann doch keine Zeit hat, dann konnte derjenige eben nicht dabei sein.
Wie nimmt man als Fan, der schon so lange dabei ist, neue Folgen und Filme auf?

Mir haben die neueren Sachen recht gut gefallen. Natürlich bleibt nicht immer alles gleich, aber die Macher gehen eben auch mit der Zeit.
Vieles aus den Serien ist heute technisch machbar. Wie haben Sie als Fan die Entwicklung dieser Dinge wahrgenommen?

Ich glaube, dass die Wissenschaft von Science Fiction inspiriert ist. Am Anfang steht doch immer die Idee und die Fantasie, und dann muss es nur noch möglich gemacht werden.

Klingonisch-Lehrer Lieven L. Litaer

Klingonischlehrer Lieven Litaer

Richtig gelesen: Lieven L. Litaer ist Klingonisch-Lehrer . Ja, die fiktive Sprache der Klingonen ist erlernbar – bei ihm. Er gehört zu wenigen Menschen auf der Welt, die die Sprache fließend sprechen.

Wie lernt man eine Sprache, die es eigentlich gar nicht gibt?

Da wird sicher gleich jeder Klingonist widersprechen, denn diese Sprache gibt es sehr wohl! Immerhin kann ich sie fließend sprechen, so wie geschätzte dreißig andere Menschen weltweit. Die klingonische Sprache wurde damals für den dritten Kinofilm entwickelt. Kurz danach wurde ein Wörterbuch mit knapp 2.000 Wörtern veröffentlicht, wodurch die Sprache schon sehr brauchbar wurde. Über die Jahre hinweg hat der Erfinder der Sprache Marc Okrand immer wieder neue Vokabeln „entdeckt", wie er selbst sagt, wodurch wir heute mit einem Wortschatz von ca. 4.000 Vokabeln recht viele alltägliche Sachen beschreiben können. Immerhin enthält die neue Serie Untertitel auf klingonisch für die komplette Staffel.

Eine Menge Science-Fiction-Technologie ist heute Alltag. Der Kommunikator oder der Universalübersetzer in Form eines Smartphones ist längst zu haben. Welches Feature, das noch nicht umgesetzt wurde, hätten Sie am liebsten?

Ich denke, da würden mir viele Fans zustimmen, wenn ich das Holodeck erwähne, dessen Anfänge ja schon bei VR zu sehen sind. Was meines Erachtens aber viel sinnvoller wäre, das ist der Replikator: Ein Gerät, das aus purer Energie feste Materie erzeugen kann. Damit wäre das Hungerproblem gelöst, und wir könnten uns auf ganz andere Probleme konzentrieren.

Scifinews.de-Chefredakteur Daniel Räbiger

Treknews.de Chefredakteur Daniel Räbiger

Seit 19 Jahren führt Daniel Räbiger die Seite treknews.de . Seit dem kürzlichen Relaunch nennt sie sich nun scifinews.de und erweitert ihren Kosmos um vielfältige Science-Fiction-Themen.

Wenn du vor 19 Jahren schon treknews.de gegründet hast, dann liegt dein „First Contact" wohl schon ein bisschen weiter zurück…

Ja, das war in meiner Kindheit. Wie viele andere Kinder hatte ich eine Abmachung mit meinen Eltern: Hatte ich die Hausaufgaben fertig, durfte ich danach eine Stunde fernsehen. Meinen Eltern war wichtig, dass ich etwas Vernünftiges sehe.

Hast du mit jemandem zusammen geschaut?

Allenfalls mit der Katze (lacht). Nein, das war meine Zeit für mich. Das war mein kleines Nachmittagsritual.

Das ist heute sicherlich anders…

Ja, allerdings. Selbst wenn ich heute alleine vor dem Fernseher sitze, kann ich mich im Netz zeitgleich direkt mit Freunden und anderen Fans austauschen. Man schaut insofern nie so richtig alleine. Allerdings muss ich zugeben, dass ich trotz Handy und Tablet immer noch auf dem Fernseher schaue. Ich brauche das Erlebnis auf dem großen Bildschirm.

Also eine Verbesserung?

Auf jeden Fall. Wenn ich damals am nächsten Tag im Schulbus saß, hatte ich Glück, wenn von den 90 anderen Kindern dort überhaupt noch jemand die neueste Folge gesehen hatte, so dass ich mich austauschen konnten. Heute ist das anders. Man kann sich viel mehr damit befassen und auch kollektive Reaktionen miterleben. Ich würde sogar sagen, dass das zu einem intensiveren Erlebnis einer Serie führt.

Einige der Dinge, die verändern, wie wir Serien schauen, sind gleichzeitig auch wahrgewordene Technikvisionen aus Science-Fiction-Geschichten. Hast du beispielsweise Smartphones, als sie auf den Markt kamen, als die reale Umsetzung des Kommunikators empfunden?

Das hat man als Fan natürlich im Hinterkopf. Es gibt ja so vieles. Mit einem Smartphone sind wir ja wirklich schon in der Lage, nahezu wie mit dem Universalübersetzer ein Gespräch simultan zu übersetzen. Das läuft zwar noch nicht so ganz wie in der Serie, aber „Ich hätte gerne ein Bier", sollte in keiner Sprache mehr ein Problem sein.

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