Vom Stummfilm zum Bingewatching mit der #Couchcrew – 100 Jahre Social Watching

By Samsung, 12.01.2018.

Social Watching

Die Snacks stehen bereit, die Freunde klingeln und die Streaming-App auf dem Smart TV ist schon gestartet. Dem Serienmarathon mit der persönlichen „Couchcrew“ aus Freunden und Familie steht nichts mehr im Weg. „Social Watching“ ist heute so beliebt wie verbreitet. Doch woher kommt das Phänomen – und wie hat es sich entwickelt? Wir werfen einen Blick auf die Geschichte des Social Watching und wie sich unsere Filmgewohnheiten und die Technik im Laufe der Zeit gewandelt haben.

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Als die Bilder laufen lernten

Der Ursprung des Social Watching liegt im Kino. In den Lichtspielpalästen der 1920er Jahre fanden sich erstmals Menschen zusammen, um filmische Inhalte zu genießen. Zunächst waren überwiegend Stummfilme zu sehen, während ein Pianist das schwarz-weiße Treiben auf der Leinwand live untermalte. An so einem Abend liefen in der Regel mehrere Kurzfilme hintereinander, die jeweils nicht länger als 20 Minuten andauerten und zumeist Alltagsszenen oder Witze zeigten – eine frühe Form des Bingewatchings? Von einer Couchcrew konnte allerdings nicht die Rede sein – eher von einer bunt zusammengewürfelten Menge aus Fremden, die der gleichen Leidenschaft nachgingen.
Erst mit dem Beginn des Tonfilms Anfang der 1930er Jahre etablierten sich längere Werke. Ein prominentes Beispiel aus Deutschland ist Fritz Langs „M – eine Stadt sucht einen Mörder" von 1931 mit fast zwei Stunden Spielzeit.

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König Fußball bringt die Couchcrew vorm Farbfernsehen zusammen

Schon bald machte der Fernseher dem Kino Konkurrenz – und der „social"-Aspekt bekam notgedrungen Relevanz. Denn anfangs konnten sich nur wenige Familien ein Fernsehgerät leisten – nicht selten versammelte sich dann die Nachbarschaft beim stolzen Besitzer, um das Wunder der Technik zu bestaunen. Noch Anfang der 1960er Jahre besaßen nur knapp 13 Prozent der Haushalte ein TV-Gerät.[1] Besonders, wenn es um Fußball und Sport ging, wurde das Wohnzimmer zum sozialen Treffpunkt: Die Olympischen Sommerspiele 1972 in München und die Fußball-WM 1974 in der BRD boten nicht nur Anlass, ein TV-Gerät zu kaufen, sondern auch, sich mit Familie, Freunden und Nachbarn davor zu versammeln. Den Begriff „Public Viewing" gab es damals natürlich noch nicht – trotzdem wurde öffentlich und zusammen geschaut – beispielsweise im Schaufenster eines Elektronikladens.[2]

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Die Geburt des Filmabends aus dem Geiste der VHS-Kassette

1980 vereinte der Videorekorder TV-Fans und ihre Couchcrews auf ganz neue Weise: Der individuelle Filmabend war geboren. Für Preise zwischen 2.000 und 3.000 DM erhielten Nutzer die Freiheit, Sendungen aufzuzeichnen oder Filme aus Videotheken auszuleihen. Erstmals konnten sie das Programm unabhängig von Sendezeiten selbst bestimmen – mit Freunden und Familie mehrere Wunschfilme am Stück zu schauen kam dem heutigen Verständnis von Social Watching schon sehr nahe.

Fast 95 Prozent der Haushalte besaßen nun ein TV-Gerät.[3] Verschiedene private Fernsehstationen gingen 1984 auf Sendung und bereicherten das Unterhaltungsangebot, das sich bis dahin auf zwei bis drei öffentlich-rechtliche Kanäle beschränkte. Dadurch stieg auch die durchschnittliche Nutzungsdauer auf 125 Minuten am Tag.[4]

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Streams become part of my reality

Das Internet brachte eine ganz neue Dimension des Social Watchings mit sich. Wo früher in der Kantine oder auf dem Schulhof über die neuesten Serien und Filme geredet wurde, gab es im Netz plötzlich Fan-Foren zu jedem erdenklichen Thema. Seitdem wird nicht mehr nur gemeinsam geguckt und darüber gesprochen, auch ohne den persönlichen Kontakt wird lebhaft diskutiert. Durch Social Media tauschen wir uns nicht nur mit Freunden und Familie aus, sondern diskutieren virtuell mit der ganzen Welt über Serieninhalte – eine sehr breite Form des Social Watching. Doch dies führte keineswegs zu einer Abkapselung der TV-Zuschauer: Laut einer aktuellen Umfrage von YouGov schauen fast zwei Drittel der Befragten lieber gemeinsam TV als alleine.[5] Gründe dafür sind vor allem das gemeinsame Mitfiebern und Lachen.

Nicht zuletzt der Marktstart verschiedener Streaming- und Video-on-Demand-Dienste in Deutschland vor etwa 10 Jahren hat dem Phänomen des Social Watching weiteren Schub verliehen. Nutzer können sich nun neben dem klassischen Fernsehen digitale Inhalte auf den Bildschirm zaubern – und sich mit Freunden, Kollegen und der Familie intensiv über die neuesten Serien-Highlights austauschen. Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 nutzen heute 23 Prozent wöchentlich Video-Streaming-Dienste – im Vergleich zu 2016 ist das eine Steigerung von 92 Prozent.[6] Bei den 18-24-jährigen sind solche Angebote mittlerweile sogar beliebter als herkömmliches Fernsehen.[7]

Laut Statista nutzen junge Konsumenten im Jahr 2017 ihren TV für durchschnittlich 232 Minuten pro Tag. Das ist der höchste je gemessene Wert seit der Erhebung der Daten im Jahr 1964.[8] Der TV, mittlerweile mit UHD-Bildqualität, ist durch die Internetverbindung zur smarten Unterhaltungsplattform geworden, die lineares TV und digitale Angebote vereint – seien es Blockbuster, Serien-Hits, Sportinhalte, Nachrichten oder Games. Mittlerweile besitzt jeder zweite deutsche Haushalt ein internetfähiges TV-Gerät.[9]

Ausblick: Was wird die neue Realität?

Was könnte in Zukunft auf den Nutzer zukommen, wo er jetzt schon eine riesige Freiheit in Programmauswahl und Medienkonsum hat? Die zunehmende Selbstbestimmung macht Inhalte noch personalisierter und interaktiver, Inhalt und Nutzer werden immer stärker miteinander vernetzt. Smartphones, Tablets und Co. verstärken den mobilen Medien- und TV-Konsum, die Parallelnutzung von TV- und Web-Inhalten steigt. Der Nutzer wird vermehrt zum Media-Multi-Tasker. Lineares Fernsehen könnte in Zukunft nicht mehr als eigenständiges Medium, sondern vielmehr als App in einem breiten Angebot wahrgenommen werden.[10] Zudem können soziale Funktionen verstärkt in den Fokus rücken: Musikstreaming-Angebote haben bereits verschiedene Funktionen integriert, mit denen man die Aktivitäten der Freunde sieht und nicht nur Musik teilen kann, sondern sich auch untereinander austauschen kann, ohne die Plattform zu verlassen. Bei VoD-Diensten steckt diese Idee noch in den Kinderschuhen, könnte aber in naher Zukunft Menschen auf der ganzen Welt noch näher zusammenbringen – und die Couchcrew erst recht.

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