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Über Türklinken, kreative Prozesse und die Ästhetik des Alltags

Im Gespräch mit Art Directrice und Designerin Laura Karasinski.

Laura Karasinski @laurakarasinski
Credit: Philipp Jelenska

Schöne Trends werden in Wien 8 geboren. Genauer gesagt im Atelier Karasinski, wo Laura Karasinski kreative Ideen für Produkte, Webseiten und Lokale entwickelt.

Credit: Laura Karasinski

Hallo Laura, hast du heute schon etwas Schönes gesehen?

Die warme Sonne, wie sie durch unser Atelier-Fenster auf die Tische strahlt und alles erhellt. Einer der vielen Gründe, warum ich mich für dieses (neue) Büro entschieden habe – das unglaubliche Licht und die Helligkeit bis in den späten Nachmittag. Dank einer ganzen Hauswand voller Fenster können wir hier förmlich im Licht baden.

Was inspiriert dich und woher holst du deine Designideen?

Momente, die Künste, Geschichte, Gerüche, Menschen und Gespräche inspirieren mich ganz besonders. Oft entnehme ich aus kleinen Situationen einen Gedanken, der mich auf große neue Ideen bringt. Meistens dabei im Halbschlaf – dem kurzen Moment vor dem Einschlafen oder vor dem Aufwachen, wenn man noch halb im Unterbewusstsein ist oder gerade in dieses eintaucht. Leider schaffe ich es nicht immer, mir einen solchen Geistesblitz zu merken… wie viele Ideen hier wohl ewig im Dornröschenschlaf bleiben! (lacht)

Credit: Laura Karasinski

Erzähl uns bitte deine persönliche Designstory: Was ist der erste Schritt in deinen Kreativprozessen?

Recherche, Recherche, Recherche. Alles, an dem wir arbeiten und gestalten beginnt mit einer profunden Analyse. Oft versuchen wir uns im Team nicht am Internet zu bedienen, sondern alte Bücher aus Bibliotheken rauszusuchen, in uns zu gehen, im gemeinsamen Gespräch auf Ideen zu kommen. Sobald dieses Fundament steht, steht dessen kreativen Laufrichtung nichts mehr im Wege.

Welchem Alltagsgegenstand würdest du gern ein neues Design verpassen?

Ein Alltagsgegenstand, den jeder Mensch, vor allem in Europa, in der ein oder der anderen Form kennt: Türklinken. Ein ganz einfaches Gebrauchsobjekt, dem meiner Meinung nach, früher viel mehr Detail angemutet wurde als heute. Viel eher dienten Türöffner früher als Handschmeichler, die kleine Schwäne aus Messing imitierten oder geschwungen wie eine feine Feder oder Rankpflanze eine Tür schmückten. Manchmal sogar aus Porzellan oder Gold. Und dennoch finde ich, dass dieses Objekt so viel mehr als nur Alltag ist: es öffnet Türen in neue Welten (wortwörtlich), weswegen ich es umso spannender fände, eine Türklinke zu gestalten. Alle Griffe innerhalb unseres Büros sind vintage Klinken aus der Jahrhundertwende, die ich von Second Hand Plattformen ergattert habe, aufpolieren ließ und neu montiert habe. Sowas findet man heute nicht mehr neu. Falls doch, bitte ich um einen Tipp!

Credit: Laura Karasinski

Was macht ein Karinski-Design aus?

In den Worten einer lieben Kundin: „Der richtige Mix an Farben, schöne Typographie und Sinnhaftigkeit.
Wir sind stets auf der Suche nach der Spannung zwischen Alt und Neu, Damals und Jetzt, Tradition und Moderne. Zum Beispiel bauten wir kürzlich alte gebrauchte Leuchten in ein Lokal ein, ließen sie davor aber komplett auf dimmbares und farbvariables LED umbauen, sodass ein alter Luster auf einmal mit dem Smartphone steuerbar wird. Wir kaufen günstige, abgesessene Fauteuils auf Flohmärkten und lassen sie in geschickter Handarbeit erneuern, sodass sie weitere 100 Jahre bestehen bleiben. Das ist es, was uns frisches Herzblut gibt, das Alte wertzuschätzen, sodass es nicht in Vergessenheit gerät, aber auch neue Techniken zu adaptieren.

Der Fernseher galt lange Zeit als Alltagsgegenstand. Diese Zeiten haben sich geändert. Woran liegt es, dass der TV mehr und mehr als Designobjekt gilt?

Ich denke, es hat mit Konsumierenden und mit Produzierenden zu tun. Der ästhetische Alltagsanspruch wächst, alles muss immer mehr „instagrammable“ werden, dazu gehören auch Fernseher. Ich persönlich freue mich über diese Begleiterscheinung der Social Media Welt, wünschte mir aber schon immer, das grundsätzlich gutes Design Usus wird. Das menschliche Auge wird mit jedem neuen Produkt „erzogen“, je hochwertiger massentaugliche Produkte gestaltet werden, umso zugänglicher wird schönes, gutes Design für alle Menschen. Und ich denke, dass schönes, gutes Design jedem Menschen zusteht. Gutes Design spielt mit Harmonie und Ausgeglichenheit, mit Farbpsychologie und Praktikabilität. Mir tut es oft im Herzen weh, wenn ich an Wohnungen vorbeigehe und eiskaltes Neonlicht durch die Fenster strahlt – und meistens nur deshalb, weil es die Menschen, die darin wohnen, nicht besser wissen. Woher auch? Deswegen mein Appell an Gestaltende und Produzierende: Informiert euch über eure Arbeit, auch über eure Schnittstellen. Wisst Bescheid, was alles dazu gehört, welche Farben gute Laune machen, welches Material gut duftet und wie warm eine Leuchte glühen muss, damit der Raum eine gute Atmosphäre hat.

Credit: Laura Karasinski

Wo steht dein The Frame TV?

In meinem Wohnzimmer, neben meinem Bücherregal auf einem schönen Studio Stand und mit schwarzem Rahmen. Ich verwende ihn nicht nur um Filme zu sehen, sondern auch als Jukebox, da man ganz einfach Spotify damit verbinden kann. Dank der guten eingebauten Lautsprecher, kann ich damit prima die ganze Wohnung beschallen.

Welches Bild zeigt dein Fernseher im Standby Modus und warum hast du ausgerechnet dieses Bild ausgewählt?

Eine Landschaftsmalerei von ANTONIO II MARINI, Seaside View (1710-1715). Ich liebe die alten Künste, das Kunsthistorische Museum in Wien ist einer meiner Lieblingsorte auf der ganzen Welt. Mit diesem Bild hole ich mir ein wenig Kunstgeschichte nach Hause. Und wenn ich mich sattgesehen habe, gibt es noch so viel mehr zu entdecken. Vor allem finde ich es smart, wie sich Samsung mit vielen internationalen Museen zusammengeschlossen hat und man dadurch eine Auswahl weltberühmter Kunstwerke in den eigenen vier Wänden ansehen kann.

Laura Karasinski

Über Laura Karasinski

2012 gründete Laura Karasinski als Art Directrice und Designerin das erfolgreiche Atelier Karasinski in Wien.

Mit über 10 Jahren Arbeitserfahrung in den Bereichen Design und Produktion wurde sie von FORBES 30 unter 30 zu einer der einflussreichsten Business Leader in Österreich gewählt.

Ein Bild von einem Fernseher

Ein Bild von einem Fernseher

The Frame TV mit QLED-Technologie ist nicht nur überaus unterhaltsam. Als Designobjekt verschönert dieser Fernseher jeden Wohnraum und bietet den perfekten Rahmen für außergewöhnliche Kunst.

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