Wie entstehen Einbrenneffekte auf TV-Displays?

Dass sich Bilder im Fernseher „einbrennen“, klingt wie ein veraltetes Problem. Aber die sogenannte Image Retention ist selbst bei modernsten TV-Technologien ein Thema. Wir erklären, warum Fernseher einbrennen können und wie sich das verhindern lässt.

Alt: Image Retention: eingebranntes Logo auf dem TV-Display,

Egal ob Serien, Filme, Nachrichten oder Videospiele: In vielen Wohnzimmern läuft der Fernseher oft mehrere Stunden am Stück – damit kommt nicht jede Technologie gleich gut klar.

Wie entsteht Image Retention?

Wenn auf einem Bildschirm für eine längere Zeit statische Bildelemente angezeigt werden, kann es passieren, dass sich diese Elemente temporär weiter auf dem Bildschirm abzeichnen. Diesen Effekt sieht man häufig an älteren Geldautomaten oder Infomonitoren an Flughäfen. Elemente wie Logos, Tabellen und Zahlen, die auf dem Display an der gleichen Stelle über eine längere Zeit mit hoher Helligkeit aufleuchten, bleiben anschließend für eine ganze Weile wie eine Art Abdruck auf dem Screen erhalten. Einen solchen Abdruck bezeichnet man als Image Retention.

Was bedeutet Image Retention für den Privatnutzer?

Auch bei der privaten TV-Nutzung können sich Senderlogos oder kontinuierlich eingeblendete Textbänder auf alten Plasma-TVs und organischen OLED-Displays nach einiger Zeit in den Screen einbrennen. Wenn das geschieht, stört es den Blick auf den Bildschirm doch enorm – und die anderen Qualitäten des TV-Displays treten schnell in den Hintergrund. Image Retention ist, anders als ein dauerhafter Burn-in, zwar nur ein temporärer Effekt, aber es kann durchaus vorkommen, dass der TV in solchen Momentan den Nutzer auffordert, das Gerät abzuschalten und einen „Wiederherstellungsmodus“ im Stand-by-Betrieb zu starten. Kurz vor dem Staffelfinale der eigenen Lieblingsserie kann man sich als Fan kaum Schlimmeres vorstellen!

Display ist nicht gleich Display: Da gibt es Unterschiede!

Verschiedene Display-Technologien sind unterschiedlich anfällig für Image Retention. Organische OLED-Displays funktionieren anders als anorganische Quantum-Dot-Displays: Während anorganische Leuchtdioden durch zusätzliche Hintergrundbeleuchtung angestrahlt werden, sind organische LEDs selbstleuchtend. Wenn einzelne Bildpunkte, sogenannte Pixel, mit einer sehr hohen Intensität und Dauer leuchten, wie es bei der Darstellung von HDR-Bildern erforderlich ist, kann es vorkommen, dass diese wie ein Geisterbild sichtbar bleiben, obwohl ein vollkommen anderes Bild angezeigt wird. In der Regel verschwinden diese nach einer Weile wieder, stören aber dennoch eine gewisse Zeit den TV-Genuss.

Um Image-Retention-Effekte auf OLED-Bildschirmen zu vermeiden, hilft also nur viel Abwechslung mit wenig statischen Bildelementen. Auf anorganischen QLED-Displays dagegen können fixe Elemente ganz unabhängig von der Dauer gefahrlos angezeigt werden. So kann der TV grundsätzlich dauerhaft eingeschaltet sein, ohne dass sich Bildelemente wie Senderlogos ins Display einbrennen.

OLED TVs im Härtetest

Die Experten von RTINGS.com führen aktuell ein Langzeit-Experiment durch, um der Entstehung von Image Retention auf die Spur zu kommen. In einem Extremtest laufen seit Sommer 2017 auf drei unterschiedlichen Fernsehern 20 Stunden pro Tag statische Bildelemente im Dauerbetrieb. Nach etwa vier Wochen zeichneten sich erste Retention-Effekte auf dem OLED-TV ab.

In einem stärker an echten Nutzungsgewohnheiten orientierten Test werden seit Januar 2018 sechs OLED-Fernseher im Wechsel für fünf Stunden an- und dann für eine Stunde ausgeschaltet, um Burn-in- oder Image-Retention-Effekte bei Nachrichtensendern, Sportübertragungen, Gaming-Nutzung und einem gemischten TV-Programm aus Filmen, Shows und News zu vergleichen. Nach einigen Monaten zeigte sich: Unter gewöhnlichen Nutzungsbedingungen kann auf OLED-TVs nach ca. 4000 Einsatzstunden Image Retention auftreten. Die Ergebnisse der Tests können auf RTINGS.com stets aktuell mitverfolgt werden.

OLED Burn-in Test

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