Kabel, Satellit oder DVB–T? So empfange ich TV am Besten!

By Stefan Tappert, 17.10.2016.

Kabel, Satellit oder DVBT? Fernsehempfang im Vergleich

Kaum ist der neue, schicke Smart TV gekauft und ausgepackt, schon habe ich als Konsument jede Menge Optionen. Aber zuallererst muss ich die Frage klären, wie ich den Flat oder Curved Screen denn an die schöne, bunte Fernsehwelt anschließe. Welcher Empfangsweg der beste ist, kann man dabei nicht so einfach sagen. Ob nun DVB-T, Satellitenschüssel oder Kabelanschluss – alles hat seine Vor-und Nachteile.

Das Überallfernsehen DVB-T/DVB-T2

Der wohl wichtigste Einsatz des DVB-T Standards kann man alle zwei Jahre in ganz Deutschland sehen. Wenn die Balkons und Terrassen mit Fernsehgeräten und ausgelassenen Menschen sind, dann ist nicht nur Fußball-EM oder Fußball-WM sondern dann spielt dieser Standard sein volles Potential aus.

Das digitale terrestrische Fernsehen ist eben nicht auf einen Standort festgelegt, eine kleine Zusatzantenne reicht meist schon aus, um größtenteils öffentlich-rechtliche und ein paar regionale Sender zu empfangen. In einigen Regionen sind auch private Sender mit eingespeist. Positiv an DVB-T für den Konsumenten – fast alle SmartTV der neuen Generationen haben den notwendigen Tuner schon im Gerät verbaut. Ein zusätzliches Empfangsgerät ist also mittlerweile nicht mehr notwendig. Die niedrigen Einrichtungskosten von 10-60 Euro, je nach Antennenqualität sprechen auch für DVB-T. Doch hat DVB-T eben auch genügend Nachteile – momentan kann noch kein HDTV oder gar 4K übertragen werden.

Fernsehen über DVB-T/DVB-T2

Die Sendervielfalt lässt, je nach verfügbaren Programmangebot innerhalb der einzelnen deutschen Regionen, auch zu wünschen übrig. Manchmal sind es 15, manchmal 30.
Wer sich trotzdem für diesen Standard entscheidet, sollte vorsichtig beim Kauf einer Indoor- oder Outdoor-Antenne sein. Seit Frühjahr 2016 wird der Standard auf das modernere DVB-T2 umgestellt. Damit soll dann auch der Empfang von künftig ca. 20 unverschlüsselten und 20 verschlüsselten HD-Sendern möglich sein. Schon jetzt kann man Testvarianten von Das Erste HD, ZDF HD, RTL HD, Pro7 HD und Sat1 HD damit empfangen. Ab dem 29. März 2017 startet der Regelbetrieb. Dann bringt das ZDF außer seinem Hauptprogramm in HD auch die Ableger ZDF Neo HD, ZDF info HD, 3Sat HD und KiKa HD auf die Antennen.

Und dafür brauche ich Antennen, die sowohl den einen als auch dann später den anderen verstehen. Die Smart TV des neuen Line-ups wie der K-Serie von Samsung verstehen den Standard übrigens jetzt schon, ein extra Gerät ist dafür nicht notwendig und alles, was DVB-T2 noch so bringt, ist damit lange sicher zu empfangen.

Außerdem gibt es signalverstärkende AKTIV-Antennen, die separat mit Strom versorgt werden müssen. Diese sorgen für ein verbessertes Signal, haben aber auch untereinander Unterschiede. Aktiv-Antennen, die ihren Strom aus dem Antennenkabel ziehen, werden von vielen Smart TV's wie denen von Samsung nicht unterstützt und funktionieren dann nicht.

Das "Großstadtfernsehen" mit Kabel

Der Kabelanschluss kommt meist mit einer normalen Mietwohnung einher. Rund 50% der deutschen Haushalte nutzen diesen Standard. Damit sollen keine lästigen Schüsseln an der Fassade hängen, hier werden alle über ein zentrales, kabelgebundenes System versorgt. Das hat einen großen Vorteil – man muss sich nicht kümmern und hat in der Dose im Wohn/Schlaf/Kinderzimmer alle Sender anliegen, die der jeweilige Anbieter zur Verfügung stellt. Das sind momentan über 100, mittlerweile die meisten auf digitalem Standard. Das sichert ordentliche Qualität und auch hier ist eine separate Set-Top-Box eigentlich nicht notwendig – moderne Smart-TV's haben diesen Tuner inklusive.

Doch so sehr das Kabelfernsehen einfach klingt, so gebunden ist man auch an den jeweiligen Anbieter. Der bucht monatliche Gebühren von ca. 17-20 Euro ab, digitale Kanäle werden gern auch mal mit 3-4 Euro zusätzlich berechnet. Und selbst eine einmalige Einrichtungsgebühr (warum auch immer) wird verlangt. Den größten "Nachteil" haben Fußball-Fans wie ich – denn den Torjubel hör ich von meinem Nachbarn, der mit DVB-T2 oder Satellit schaut 7-8 Sekunden eher, erst dann ist das digitale Kabelsignal mit dem erlösenden Treffer bei mir zu sehen.

Große Auswahl mit Satellitenempfang

Eine fast unbegrenzte Auswahl bietet der Empfang via Satellitenschüssel. Wobei das Wort Schüssel heute auch schon veraltet ist. Denn auch quadratische Empfangseinheiten lassen sich fast unsichtbar an der Hauswand verbauen und sichern den Empfang der über 600 Kanäle. Mit ca. 80-100 Euro Investition hat man Schüssel, Kabel und Halterung für das Dach oder die Hauswand gekauft. Danach läuft das meiste erst einmal kostenfrei und vor allem mit höchstmöglicher Auflösung. Es gibt derzeit mehr als 40 HD-Sender. Ein klarer Vorteil ist die hohe Qualität, denn auch jetzt schon kann man zusätzlich auf fast 10 Sendern 4K-Inhalte anschauen.

Außer Pay-TV wie Sky oder das HD-Paket der RTL-Gruppe kann man sofort alles und dauerhaft empfangen. Und auch hier ist der technische Fortschritt im Smart-TV angekommen. Geräte wie KS8090 oder KS9090 haben einen Tuner verbaut, der auch Satellitenprogramme verarbeitet . Man braucht also hier keinen extra-Receiver. Der CI-Slot lässt auch Smart-Cards der erwähnten Pay TV Programme schnell einstecken und funktionieren. Klarer Nachteil des Satellitenempfangs ist die Wetterabhängigkeit. Hier kann es mit dem Kabelempfang nicht mithalten. Stürmt es, schneit es stark oder kommt ein Gewitter setzt der Empfang zeitweise oder ganz aus, da der Signalweg am Himmel dann ja nicht so leicht durchlässig ist.

Fernsehen über Satellit

Die Alternative ist Online

Wie immer gibt es noch eine weitere Alternative. Und die ist Online. Ganz klar. Und für mich persönlich als Zusatzoption zu allen drei Wegen unerlässlich. TV-Streamingdienste zeigen via Zattoo oder Magine auch das TV-Programm, nur eben via Netz. Außerdem kann ich mir, wenn mindestens 16 Mbit DSL-Leitung anliegen, mein Programm via IPTV streamen. Die Telekom und andere Kabelprovider bieten das beispielsweise im Bundle an.

Viel interessanter sind da aber noch die Streaminganbieter Netflix, Maxdome und Amazon Prime. Für 10 Euro im Monat nämlich bekomme ich fast jeden Film, den ich will, in höchster Qualität und wann ich ihn will. Dafür brauche ich nämlich gar kein Fernsehen mehr. Und wenn die ZDF heute-Show mal wieder witzig war, kann ich ja so auch auf die jeweilige Mediathek zugreifen und schauen.

 Online Fernsehen / Streaming

Fazit

Jeder Verbreitungsweg hat sein Pro und Contra, im besten Fall habe ich einen Triple-Tuner im Smart TV verbaut und kann mit einem Gerät mehrere Wege abdecken. Denn nehme ich mir von jeder Welt das Beste und Online, ganz klar, on top. Denn ohne Online und Video on Demand funktioniert das TV der Zukunft sowieso nicht mehr.

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